Lotte Reiniger:
Tanz der Schatten
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Lotte Reiniger


Der Tanz in Lotte Reinigers Filmen

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Abb.1: Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=UcT01Pg-jDM

„Tanz der Schatten“ - schon der Titel des Dokumentarfilms weist auf die enorme Bedeutung des Tanzes in Lotte Reinigers Werk hin. Diese Faszination war Lotte Reinigers Inspiration. Vor allem die eleganten Bewegungen des Balletts beeindruckten die Silhouettenkünstlerin. Regelmäßig besuchte sie Ballettvorstellungen und stellte davon Scherenschnitte her (http://www.tuebingen.de/stadtmuseum/1366.html. Stand: 16.02.2012). Auch in ihren Silhouettenfilmen nehmen Tanzszenen einen großen Raum ein. Dabei lassen sich ganz unterschiedliche Stile ausmachen, wie an drei Beispielen verdeutlicht werden soll.

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Abb.2: Quelle: http://img11.nnm.ru/f/e/c/0/d/fc4d2bbaa499ff1493b8fc8d076.jpg

In „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ aus dem Jahr 1926 tritt der afrikanische Zauberer mit einem Ausdruckstanz auf. (Abb. 1) Dieser wird dominiert von experimentellen und akrobatischen Bewegungen. Sie zeigen „mit ihrer Unruhe die Unberechenbarkeit des Protagonisten an.“ (Frank, Gustav/ Lange, Barbara: Einführung in die Bildwissenschaft. Bilder in der visuellen Kultur. WGB, Darmstadt. 2010. S. 112.) Somit dient Tanz der Charakterisierung der Figur. Eine ganz andere Funktion erfüllt die Tanzszene der Dienerinnen von Pari Banu. (Abb. 2) Der exotische Bauchtanz für den Prinzen spiegelt die orientalische Atmosphäre der gesamten Erzählung wider. Der FIlm „Papageno“ aus dem Jahr 1935 hingegen bezieht sich auf klassische westliche Tanzelemente. (Abb. 3) Der dargestellte Paartanz von Papageno und Papagena, mit seinen Hebefiguren und Drehungen, verdeutlicht ihre Verbundenheit. Vor allem die Schlussszene des tanzenden Paares mit den vielen Kindern bildet den Höhepunkt des Films und symbolisiert das Happy End.

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Abb.3: Quelle: http://www.interzone-perceptible.de/typo3temp/pics/94096a92c5.jpg

Tanz erfüllt viele unterschiedliche Funktionen in Lotte Reinigers Filmen. Neben der grundlegenden ästhetischen Funktion bot er die Möglichkeit, die Charaktere besser herauszuarbeiten, wie es das Beispiel des Zauberers zeigt. Durch die Verwendung spezifischer Tanzstile wurden unterschiedliche kulturelle Kontexte hergestellt. Da der Silhouettenfilm Mimik nur sehr eingeschränkt wiedergeben kann, ist die Gestik und Körpersprache für die Darstellung der Handlung und der Gefühle von enormer Bedeutung. Der Tanz als Übermittler von Emotionen spielt deshalb eine umso wichtigere Rolle.Die grazilen, tänzerischen Bewegungsabläufe waren für Lotte Reiniger ein wichtiges ästhetisches Mittel. Selbst wenn ihre Figuren nicht tanzen, bleibt oft der Eindruck leichtfüßiger, tänzelnder Bewegungen. Die Liebe für den Tanz und das Ballett kommen somit in ihren Filmen immer wieder zur Geltung.